Zeitqualität Januar

Ein Januartag, klirrend kalt, wir haben bei der Anfahrt die Wolkendecke durchstoßen und wandern jetzt bei strahlendem Sonnenschein auf der Hochalb, es geht bei Salmendingen auf den Kornbühl.

Und soweit das Auge reicht, gedeckte Schneefelder, Weißbuchenriesen und Schlehen, an denen die Eiskristalle in der Sonne glitzern und leuchten. Das Land strahlt von jeder Seite eine extreme Klarheit aus, die unter einem strahlend blauen Himmel liegt. Eine Welt, ganz genährt mit Sonnenkraft und Lichtreflektionen. Oben angekommen, öffnet sich ein weiter Raum, soweit das Auge zu schauen vermag.

Wir sitzen auf der Besucherbank und spüren die Winterruhe, die Kraft der Stille, unterstützt vom Schnee, der die Geräusche aufnimmt und die Landschaft weich abrundet, einhüllt und das Schneeweiß zur alleinigen Farbe erklärt. Und so sticht jeder, noch so winzige Farbtupfer aus der Landschaft heraus, ob eine einsame Meise oder eine tapfer-rote Hagebutte.

Ein Tag als Geschenk des Januars.

Der extreme Geselle Januar: graue, feucht-dunstige Nebeltage wechseln mit Schneefall und klaren, kalten Wintertagen an denen die Sonne nur wenig Wärme spendet, aber die Luft so durch und durch kräftig, kühl und erfrischend wirkt.

Beide Gesichter der Winterwelt zeigen also ein starres mineralisch-kristallines Gesicht. Aber das Gesicht ist das Außen, was ist im Innen? Goethe, natürlich, hat einen schönen Satz parat: „Die Nacht scheint tiefer tief hereinzudringen, allein im Inneren leuchtet helles Licht“.

Die Kraft des Winters ist also auch das Innehalten. Das vitale Leben der Natur ist auf den Kern oder die inneren Prozesse zurückgezogen. Tief im Erdenschoß ruht die Lebenskraft im Saatkorn des künftigen Frühjahres. Im Winter erneuert sich die Natur, um ihre Kräfte in der Stille zu sammeln und zu erneuern.

So wie die Nachtruhe den Menschen regeneriert, bietet der Winter das Potenzial für das Kraftschöpfen und die Lebenserneuerung.

Im Januar sich mit dem Jahresrythmus verbinden:

Die Zeitqualität unterstützt Sammlung, Inneres Arbeiten, Meditation, Traumarbeit, Schreibarbeit, die ruhige Arbeit am Wesentlichen. Jetzt im Winter können wir uns gut auf eigene Prozesse konzentrieren, uns ein wenig abschirmen von den äußeren Aktivitäten. Denn wir haben nur eine Aufmerksamkeit! Und nun können wir mit dieser unser Geisteslicht nähren und leuchten zu lassen, das innere geistige Leben erwachen zu lassen.

Oder eben auch die Stille zulassen können. Nichts tun, ausschlafen. In die eigene Ruhe kommen können, um der Stille zu lauschen.

Vorschlag für freundliche Selbstbefragung

Hier käme mein Vorschlag für eine freundliche Befragung, die vielleicht hilft, das eigene Geisteslicht nähren und leuchten zu lassen.

Ich frage mich in Ruhe und in Sammlung:

  • Was sind meine Kraftquellen?
  • Was gibt mir Kraft oder was erweckt die Kraft in mir?
  • Welche Träume bewegen mich?
  • Welche Visionen begeistern mich?
  • Wodurch erlange ich Wohlbefinden?

Herauszufinden, was die eigenen Kraftquellen sind und diese dann zu nähren, das unterstützt uns dabei, die Herausforderungen unseres Lebens gut meistern zu können und dabei zufriedener und glücklicher zu sein.

Ich wünsche Ihnen/ Dir ein gutes Ankommen ins neue Jahr,

Franca Bauer